Jahresausstellung "Wanderjahre" im Nolde Museum

Hoch im Norden: Die Nolde Stiftung Seebüll

Ein Museum für den berühmtesten Künstler Schleswig-Holsteins und ein zauberhafter Ort für die ganze Familie.

„Die Farben waren mir ein Glück, es war als ob sie meine Hände liebten“, schreibt Emil Nolde (1867-1956) in seinen Lebenserinnerungen. So ist auch das Nolde Museum in Seebüll ein Fest der Farben: Ein prächtiger Blumengarten - vom Künstler selbst angelegt - farbintensive Malerei und eine moderne, ausgesprochen ästhetische Ausstellungsgestaltung, bei der die kräftigen Farben der Wände in einen spannenden Dialog mit Noldes Werken treten. Nach der langen Anfahrt durch die flache, nordfriesische Landschaft mit ihren endlos grünen Wiesen eine wahre Farbexplosion!

Besucherforum mit Museumsshop, Café und biographischer Ausstellung (Foto: Christian Möller/kultursphäre.sh)

Das Herzstück des Nolde Museums bildet das einstige Wohnhaus des Künstlers mit dem legendären Bildersaal, in dem schon Emil Nolde Sammlern und Museumsdirektoren aus ganz Deutschland seine neuesten Arbeiten präsentierte. Das Gebäude selbst ist schon das erste Exponat: 1927 nach Plänen des Künstlers errichtet, ist es eines der wenigen Bauten Schleswig-Holsteins, die an die Bauhaus-Architektur der 1920er Jahre erinnern. In seinem Inneren gewährt das Wohnhaus noch heute tiefe Einblicke in die private Welt des Emil Nolde. In den ursprünglich erhaltenen Räumen im Erdgeschoß zeugen die Kunst an den Wänden, die Möbel, die Textilien und die Keramiken auf eindrucksvolle Weise vom ganz eigenen Kosmos des Künstlers.

Im zentralen Bildersaal im Obergeschoss und in den weiteren Ausstellungsräumen erschließt sich dann das künstlerische Werk des Malers Emil Nolde, der zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt und für expressive und farbfreudige Gemälde, Aquarelle, Graphiken, Skulpturen, Keramiken und kunstgewerbliche Arbeiten steht. Nolde, der am 7. August 1867 als Emil Hansen geboren wurde, stammt aus dem kleinen Ort Nolde unweit des Museums und wurde durch seine Kindheit und Jugend in einem bäuerlichen Umfeld geprägt. So spricht auch aus vielen seiner Werke eine existenzielle Verbundenheit mit der nordfriesischen Landschaft und ein Zurückgeworfensein auf sich selbst. Einen Gegenpol hierzu bilden seine lebendigen, zuweilen quirligen Großstadtszenen, die in Berlin entstanden, wo er ab 1903 in den Wintermonaten lebte und intensiv am gesellschaftlichen Leben teilnahm. Vor allem aber ist Emil Nolde für seine Blumenstücke bekannt, deren Motive er überwiegend in seinem eigenen Garten in Seebüll fand. Wunderbar ist eine Kinderebene, die sich durch die Texte der gesamten Ausstellung zieht: Hier erklärt der Museums-Hund Baldur Noldes Kunst kindgerecht, spielerisch und humorvoll.

Im modernen, gläsernen Empfangsgebäude wird eine dokumentarische Ausstellung zu Emil Noldes Leben und Werk präsentiert: zu seiner Ausbildung zum Holzschnitzer an der Flensburger Kunstgewerbeschule von Heinrich Sauermann, seinen Lehr- und Wanderjahren in St. Gallen, Karlsruhe, München und Paris, seiner Liebe zu der dänischen Schauspielerin und seiner späteren Ehefrau Ada Vilstrup, seiner Mitgliedschaft in der Künstlergruppe „Die Brücke“, den Sommermonaten auf der dänischen Insel Alsen und den Wintermonaten in Berlin. Emil Noldes Lebensweg zeichnet aber auch ein Künstlerschicksal im Dritten Reich nach. Die Ausstellung und ein 2017 entstandener Film gehen sehr offen, kritisch und sensibel mit Noldes Wirken dieser Zeit um.

Noldes Bildersaal (Foto: Nolde Stiftung Seebüll)

Im Empfangsgebäude befinden sich auch das Restaurant und der Museumsshop mit hochwertigen Angeboten – von der „Nolde-Stofftier-Ziege“ für Kinder über Saatgut und Marmelade aus Noldes Garten bis hin zu zahlreichen Publikationen zum Leben und Werk des Künstlers. An die Terrasse des Restaurants fügt sich ein weiteres Highlight für Kinder: Der zauberhaft gestaltete Museums-Spielplatz.

Der Museums-Hund Baldur erklärt Noldes Kunst kindgerecht (Foto: Dagmar Rösner)

 

Adresse

Nolde Museum
Seebüll 31
25927 Neukirchen

 
 

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