Wikinger Museum Haithabu – Eintauchen in das Leben im Frühmittelalter

Wikinger Museum Haithabu

Ganz an der Spitze der Schlei, gegenüber der Stadt Schleswig, findet sich eine historische Stätte von
Weltrang. Wo heute das Wikinger Museum Haithabu seine Türen öffnet, blühte vom 8. bis zum 11.
Jahrhundert die bedeutendste Handelsstadt des Nordens. Noch heute umgeben große Erdwall-
Anlagen den alten Handelsplatz Haithabu, die sich übrigens hervorragend bewandern lassen. 2018
wurde Haithabu, sowie das damit verbundene Grenzbauwerk Danewerk, in die Welterbeliste der
UNESCO eingeschrieben. Ein Ausflug in das Museum bringt dem Besucher nicht nur die
außergewöhnliche Bedeutung des geschichtsträchtigen Ortes näher – die traumhafte Lage am
Haddebyer Noor macht einen Ausflug nach Haithabu zudem zu einem abwechslungsreichen
Naturerlebnis.

Besucher*Innen auf dem Weg zur nachgebildeten Siedlung

Ein Spazierweg quer durch das Gehege der Skudden (eine alte Hausschaf-Rasse) führt zum
Außengelände des Museums. Unter anderem über rustikale Bohlenwege kann der Besucher die
rekonstruierte Siedlung mit sieben Häusern und einer Landebrücke erkunden. Grundsätzlich ist das
Gelände barrierefrei und es gibt zudem die Möglichkeit, in der Nähe des Außengeländes zu parken.
Noch bis zum 11. September sind die Häuser der Siedlung bewohnt. Die wikingerzeitlich
ausgestatteten Darsteller machen das Alltagsleben des Frühmittelalters für den Besucher erfahrbar.
Neben der Präsentation alter Handwerkstechniken lässt sich auch kulinarisch in lang vergangene
Zeiten eintauchen:Ein würziger Duft steigt aus dem Kessel, in dem die Gemüse- und
Wildkräutersuppe köchelt. Am Feuer hantiert Michael Gütges, der dem Besucher auch gerne Fragen
zur Ernährungsweise der Wikinger beantwortet. Weit weniger schmackhaft, zuletzt jedoch deutlich
farbenfroher: Der brodelnde Kessel mit ausgekochtem Rainfarn. Die Pflanze wurde zum Färben von
Textilien verwendet und taucht die wikingerzeitlichen Trachten in ein tiefes Gelb.

Hier wird eine Gemüse- und Wildkräutersuppe zubereitet

In den Räumlichkeiten des Museums erwartet den Besucher eine modern gestaltete Ausstellung,
durch die man sich auch mit Hilfe von Audio-Guides führen lassen kann. Die einzelnen Räume sind zu
Themenbereichen zusammengefasst. Diese reichen von Bestattungssitten der Bewohner über die
Siedlungsverteidigung bis hin zum Handelsnetzwerk der einstigen Wikingersiedlung. In der Stadt
Haithabu lebten zu historischen Zeiten sowohl Christen, als auch Heiden, welche die einheimischen
Gottheiten verehrten. Dies lässt sich unter anderem an unterschiedlichen Bestattungsformen im
historischen Haithabu festmachen.
Am beeindruckendsten sind sicherlich die zahlreichen Funde, die sich im Museum aus nächster Nähe
bestaunen lassen. Dazu zählen etwa massive Schwerter, kostbarer Schmuck, sowie Handwerksgeräte.
Auch die in der Region gefundenen Runensteine sind imposant in Szene gesetzt. Die Rekonstruktion
des etwa 30 Meter langen Schiffes Haithabu I erwartet den Besucherin einer eigens dafür
vorgesehenen Halle.

Ein historisches Relikt aus nächster Nähe

Hundebesitzer können ihre Vierbeiner übrigens vor dem Eingangsbereich des Museums am
Hundeparkplatz unterbringen. Dieser ist jederzeit schnell erreichbar. So lässt sich auch jederzeit eine
kleine Pause im Museumscafé einlegen. Alles in allem sollte man für die Ausstellung einen guten
Nachmittag einplanen. Je nach Wetterlage lässt sich ein Ausflug nach Haithabu mit der Besichtigung
der Außenanlagen oder einem Spaziergang am Noor variieren.

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